Premiere: 3. März 2007 in der Planie 22
Regie und Ausstattung: Enrico Urbanek
Musikalische Leitung: Lancelot Fuhry
Korrepetition: Maxim Shamo
Kostüme: Tina Löffler
Aufführungsrechte bei J & W Chester/Edition Wilhelm Hansen London Ltd.
| PERSONEN | |
|---|---|
| Erzähler | Rüdiger Götze |
| Soldat | Romeo Meyer |
| Teufel | Michael Schneider |
| Prinzessin | Kristin McGuire |
| MUSIKER | |
| Violine | Fabian Wettstein |
| Kontrabass | Dietmar Gräther |
| Klarinette | Uwe Stoffel |
| Fagott | Michael Laucke |
| Trompete | Carl-Friedrich Schmidt |
| Posaune | Jürgen Jubl |
| Schlagzeug | Sebastian Karl |
Sonderpreise: € 16,– / ermäßigt € 11,–
DIE GESCHICHTE VOM SOLDATEN entstand 1917/1918; Stravinsky lebte im Exil am Genfer See. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Auswirkungen des Krieges auch in der Schweiz spürbar, die Theater blieben geschlossen. Der Konzeption des Stücks lagen deshalb durchaus praktische Überlegungen zugrunde: eine bewegliche Bühne, ein reduziertes Orchester mit sieben Instrumentalisten und eine Geschichte, in der sich die Episoden bilderbogenartig aneinander reihen.
Der Stoff entstammt der russischen Volksdichtung, in anderen Kulturen existieren jedoch Entsprechungen, wie das Puppenspiel vom Doktor Faust. Ein Soldat auf dem Weg in sein Heimatdorf geht einen Handel mit dem Teufel ein. Er verkauft seine Geige für ein Zauberbuch, mit dessen Hilfe er reich werden soll. Dies gelingt, der Reichtum macht den Soldaten allerdings nicht glücklich. Denn wer sich dem Teufel verschrieben hat, kann nicht lieben und sich an niemand anderen binden.
»Meine Musik wird am besten von Kindern und Tieren verstanden.« Igor Strawinsky
Die Musik vertont den Text nicht, sondern verdeutlicht Situationen wie die Wanderschaft oder die Begegnung mit dem Teufel. Es dominieren rhythmisch-tänzerische Elemente (Marsch, Tango, Walzer, Ragtime) sowie volkstümliche. Unter den Instrumenten findet sich auch ein Cornet á piston, das in der populären Musik und im Jazz verwendet wurde.
»Ich habe immer einen Abscheu davor gehabt, Musik mit geschlossenen Augen zu hören, also ohne dass das Auge aktiv daran teilnimmt. Wenn man Musik in ihrem vollen Umfang begreifen will, ist es notwendig, auch die Gesten und Bewegungen des menschlichen Körpers zu sehen, durch die sie hervorgebracht wird.« Igor Strawinsky